Welche Rechtstexte braucht meine Website?
Vollständige Übersicht nach Website-Typ — Stand: Juni 2026
Welche Rechtstexte auf Ihrer Website Pflicht sind, hängt entscheidend vom Website-Typ und Ihrem Leistungsangebot ab. In Deutschland gelten strenge Vorgaben: Fehlende oder fehlerhafte Rechtstexte sind die häufigste Ursache für teure Abmahnungen. Diese Übersicht zeigt Ihnen, welche Texte für Ihren Fall erforderlich sind.
Die fünf wichtigsten Rechtstexte im Überblick
- Impressum (§5 TMG, §55 RStV) — Pflicht für alle geschäftsmäßigen Websites. Enthält Name, Anschrift, Kontaktdaten, Handelsregister, Umsatzsteuer-ID.
- Datenschutzerklärung (DSGVO Art. 13/14) — Pflicht bei jeder Verarbeitung personenbezogener Daten. Beschreibt, welche Daten erhoben, wie sie genutzt und welche Rechte Betroffene haben.
- Cookie-Banner (TTDSG) — Pflicht für nicht-technische Cookies (Tracking, Analyse, Marketing). Erfordert aktive Einwilligung vor dem Setzen.
- AGB (Allgemeine Geschäftsbedingungen) — Pflicht bei Verträgen mit Kunden, insbesondere im E-Commerce. Regeln Vertragsabschluss, Zahlung, Lieferung, Gewährleistung.
- Widerrufsbelehrung — Pflicht bei Fernabsatzverträgen (Online-Käufe). Informiert über das 14-tägige Widerrufsrecht.
Übersicht: Wer braucht was?
🛒 Onlineshop
Benötigt alle fünf Rechtstexte: Impressum, Datenschutzerklärung, Cookie-Banner, AGB, Widerrufsbelehrung. Zusätzlich: Preise inkl. MwSt., Versandkostenhinweise, Lieferzeiten, Zahlungsarten. Bei digitalen Produkten: Anforderungen aus dem Digitale-Inhalte-Recht (Gewährleistung).
💻 SaaS / App
Impressum, Datenschutzerklärung, Cookie-Banner, AGB (Nutzungsbedingungen). Widerrufsbelehrung entfällt meist bei reinen Dienstleistungen, es sei denn, Sie verkaufen zusätzliche physische Produkte. Wichtig: Datenschutz-Folgenabschätzung bei umfangreicher Datenverarbeitung.
📝 Blog / Content-Site
Impressum (bei geschäftlichem Hintergrund), Datenschutzerklärung, Cookie-Banner. AGB und Widerrufsbelehrung nur bei Produktverkauf oder kostenpflichtigen Mitgliedschaften. Besondere Vorsicht bei Affiliate-Links, Werbung und Gastbeiträgen: Diese müssen klar gekennzeichnet sein.
👤 Freelancer / Solopreneur
Impressum, Datenschutzerklärung, Cookie-Banner. AGB optional, aber empfohlen. Widerrufsbelehrung nicht erforderlich bei reinen Dienstleistungen. Bei E-Books, Online-Kursen oder digitalen Produkten gelten erweiterte Pflichten — dann sind AGB und ggf. Widerrufsbelehrung nötig.
🏛️ Verein / Non-Profit
Impressum (auch Vereine brauchen ein vollständiges Impressum mit Vertretungsberechtigten), Datenschutzerklärung, Cookie-Banner (bei Tracking). AGB und Widerrufsbelehrung nur bei kommerziellen Angeboten (Mitglieder-Shop, Veranstaltungstickets). Hinweis: Die DSGVO gilt auch für Vereine!
🏪 Lokales Gewerbe (ohne Onlineshop)
Impressum, Datenschutzerklärung (bei Kontaktformular, Google Maps, Analyse-Tools), Cookie-Banner. AGB und Widerrufsbelehrung nur bei Online-Buchungen oder Vorab-Zahlungen. Achtung: Bereits die Einbindung von Google Maps macht eine umfangreiche Datenschutzerklärung erforderlich.
Häufige Irrtümer
- „Ich bin kein Jurist, da passiert schon nichts.“ — Abmahnungen werden oft von Wettbewerbern initiiert, nicht von Behörden. Kosten: 500–5.000 € pro Verstoß.
- „Mein Verein ist doch gemeinnützig.“ — Auch Vereine müssen DSGVO und TMG einhalten. Eine Ausnahme gibt es nicht.
- „Ein Impressum reicht mir.“ — Ohne Datenschutzerklärung verstoßen Sie gegen die DSGVO. Abmahngefahr steigt massiv.
- „Ich kopiere die Texte einfach von einer anderen Seite.“ — Urheberrechtsverstoß! Zudem passen generische Texte selten zu Ihrem konkreten Angebot.
Handlungsempfehlung
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→ Abmahnungen vermeiden — Die 10 häufigsten Compliance-Fehler