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Kündigungsfristen Sonderkündigungsrecht Mietvertrag kündigen

Mietvertrag richtig kündigen

Die Kündigung eines Mietvertrags ist an strenge gesetzliche Vorgaben gebunden. Anders als bei vielen anderen Verträgen reicht eine kurze E-Mail nicht aus. Dieser Ratgeber erklärt die wichtigsten Regeln für Mieter und Vermieter – von der Kündigungsfrist bis zum Musterschreiben.

Gesetzliche Kündigungsfrist – § 573c BGB

Frist für Mieter

Die gesetzliche Kündigungsfrist für Mieter beträgt einheitlich 3 Monate (§ 573c Abs. 1 BGB). Die Kündigung muss dem Vermieter bis zum dritten Werktag eines Monats zugehen, um zum Ablauf des übernächsten Monats wirksam zu werden.

Beispiel: Geht die Kündigung am 5. April beim Vermieter ein, endet das Mietverhältnis am 31. Juli (April Zugang → Mai → Juni → Ende Juli).

Frist für Vermieter

Für Vermieter gelten gestaffelte Fristen nach Mietdauer (§ 573c Abs. 1 BGB):

Verkürzte Frist bei bestimmten Konstellationen

In folgenden Fällen kann eine kürzere Kündigungsfrist gelten:

Schriftform – § 568 BGB

Die Kündigung eines Mietvertrags bedarf zwingend der Schriftform (§ 568 BGB). Das bedeutet:

Wichtig: Die Kündigung muss dem Vertragspartner zugehen. Wir empfehlen den Versand per Einwurfeinschreiben, um den Zugang nachweisen zu können. Der einfache Brief reicht rechtlich aus, birgt aber ein Beweisrisiko.

Kündigungsgründe für Mieter

Als Mieter müssen Sie keinen Grund für die Kündigung angeben. Die ordentliche Kündigung ist grundlos möglich – ein Grund kann aber in der Begründung hilfreich sein, z. B. bei einem Umzug.

Typische Kündigungsgründe aus Mietersicht:

Kündigungsgründe für Vermieter

Vermieter können eine ordentliche Kündigung nur aussprechen, wenn ein berechtigtes Interesse vorliegt (§ 573 BGB):

Eigenbedarf

Der häufigste Kündigungsgrund von Vermietern. Der Vermieter benötigt die Wohnung für:

Die Kündigung wegen Eigenbedarfs muss ausführlich begründet werden: Welche Person soll einziehen, in welchem Verwandtschaftsverhältnis steht sie zum Vermieter, warum wird die Wohnung konkret benötigt? Fehlt die Begründung oder ist sie vorgeschoben (vorgetäuschter Eigenbedarf), ist die Kündigung unwirksam und kann zu Schadensersatzansprüchen führen.

Weitere berechtigte Interessen des Vermieters

Achtung: Eine Kündigung durch den Vermieter wegen Mieterhöhung oder Modernisierung ist nicht zulässig. Widersprechen Sie einer Mieterhöhung, kann der Vermieter eine Zustimmungsklage einreichen – aber nicht kündigen.

Musterschreiben: Kündigung Mietvertrag (Mieter)

Das folgende Musterschreiben können Sie als Vorlage für Ihre Kündigung verwenden. Achten Sie auf die vollständige Schriftform und Ihre Unterschrift.

[Ihr Name]
[Ihre Straße, Hausnummer]
[PLZ Ort]

[Vermieter-Name]
[Straße, Hausnummer]
[PLZ Ort]

[Datum]

Kündigung des Mietvertrags

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit kündige ich den Mietvertrag über die Wohnung in
[Adresse der Wohnung] fristgerecht zum [Datum]. Die gesetzliche
Kündigungsfrist von 3 Monaten wird eingehalten.

Bitte bestätigen Sie mir den Zugang dieser Kündigung sowie den
Beendigungszeitpunkt schriftlich.

Ich bin bereit, einen gemeinsamen Übergabetermin für die Wohnung
abzustimmen und bitte um Kontaktaufnahme.

Mit freundlichen Grüßen

[Unterschrift]
[Name]
Tipp: Nutzen Sie unseren KündigungsGenerator, um ein individuelles, rechtssicheres Kündigungsschreiben automatisch erstellen zu lassen. Alle relevanten Felder werden für Sie ausgefüllt und das Dokument kann sofort ausgedruckt werden.

Besonderheiten bei der Mietvertragskündigung

Kündigung bei mehreren Mietern

Leben mehrere Personen im Mietverhältnis (z. B. WG, Ehepartner), müssen alle Mieter die Kündigung unterschreiben. Zieht nur ein Mieter aus, muss der verbleibende Mieter nicht zustimmen – die Kündigung ist dann unwirksam. Lösung: Ein Mieter kann nur seinen Anteil am Mietverhältnis kündigen, wenn der Vermieter zustimmt (Entlassung aus dem Mietvertrag).

Kündigung nach Tod des Mieters

Stirbt ein Mieter, können die Erben den Mietvertrag mit der gesetzlichen Frist von 3 Monaten kündigen (§ 564 BGB). Das Sonderkündigungsrecht erlaubt eine außerordentliche Kündigung mit nur 1 Monat Frist, wenn der Tod des Mieters eintritt.

Kündigung während der Schwangerschaft / Elternzeit

Schwangere und Mütter in der Elternzeit genießen einen besonderen Kündigungsschutz – allerdings nur gegenüber der Kündigung durch den Vermieter, nicht den eigenen Kündigungswünschen.

Kündigung bei Umzug in eine andere Stadt

Der Umzug selbst ist für Mieter wie erwähnt kein Sonderkündigungsgrund. Es gilt die reguläre 3-Monats-Frist. Planen Sie daher rechtzeitig und suchen Sie frühzeitig eine Nachmieterin, wenn der Vermieter dies anbietet.

Mieter & Vermieter – Unterschiede auf einen Blick

AspektMieterVermieter
Kündigungsfrist 3 Monate (einheitlich) 3–9 Monate (gestaffelt)
Grund erforderlich Nein, grundlos möglich Ja, berechtigtes Interesse nötig
Schriftform Zwingend erforderlich Zwingend erforderlich
Häufigster Grund Umzug oder Eigenbedarf des Vermieters Eigenbedarf
Sonderkündigungsrecht Nicht vorgesehen (kein Sonderkündigungsrecht bei Umzug) Nicht vorgesehen, außer bei Vertragsverletzung

Fazit & nächste Schritte

Die Kündigung eines Mietvertrags ist rechtlich klar geregelt: Schriftform, 3 Monate Frist, keine Begründung nötig. Für Vermieter gelten strengere Regeln mit gestaffelten Fristen und Begründungspflicht.

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